Waldboden und Humus - Die Basis des Bergwalds
Der Waldboden ist die Lebensgrundlage des Bergwalds. Humus, Bodenorganismen und Nährstoffkreisläufe bestimmen die Fruchtbarkeit der Waldböden in den Bayerischen Voralpen.
Die Entstehung der Waldböden
Die Waldböden der Bayerischen Voralpen sind auf den geologischen Formationen der Flyschzone und der Kalkalpen entstanden. Die Flyschgesteine (Sandsteine, Mergel) verwittern zu tiefgründigen, nährstoffreichen Böden. Die Kalkgesteine der Nördlichen Kalkalpen verwittern zu flachgründigen, skelettreichen Böden.
Die Bodenbildung in den Alpen ist ein langsamer Prozess. Aus einem Meter Gestein entstehen durch Verwitterung nur wenige Zentimeter Boden. Der Boden in den Voralpen ist daher ein kostbares und verletzliches Gut.
Der Humus
Der Humus ist die organische Substanz des Bodens. Er entsteht durch die Zersetzung von Laub, Nadeln, Ästen und Wurzeln durch Bodenorganismen. Der Humus speichert Nährstoffe und Wasser und verbessert die Bodenstruktur. Die Humusschicht in den Bergwäldern der Voralpen ist 5 bis 20 Zentimeter dick.
Die Art des Humus hängt von der Baumartenzusammensetzung ab. Unter Laubbäumen (Buche, Ahorn, Esche) entsteht ein milder Mullhumus mit hoher biologischer Aktivität. Unter Nadelbäumen (Fichte, Tanne) entsteht ein saurer Moderhumus oder Rohhumus mit geringerer biologischer Aktivität.
Bodenorganismen
In einem gesunden Waldboden leben Milliarden von Organismen: Bakterien, Pilze, Springschwänze, Milben, Regenwürmer und Asseln. Diese Organismen zersetzen das organische Material und setzen die Nährstoffe frei, die die Bäume zum Wachsen brauchen.
Besonders wichtig für den Bergwald sind die Mykorrhiza-Pilze. Diese Pilze gehen eine Symbiose mit den Baumwurzeln ein: Sie versorgen die Bäume mit Wasser und Nährstoffen, die sie aus dem Boden aufnehmen, und erhalten im Gegenzug Zucker von den Bäumen. Ohne Mykorrhiza-Pilze könnten die Bäume in den nährstoffarmen Böden der Voralpen nicht überleben.
Bodenverdichtung
Die größte Gefahr für die Waldböden in den Bayerischen Voralpen ist die Bodenverdichtung durch schwere Maschinen. Bei der Holzernte mit Harvestern und Forwardern wird der Boden verdichtet, was die Durchlüftung und die Wasserversickerung beeinträchtigt. Die Bodenorganismen werden geschädigt, das Wurzelwachstum der Bäume gehemmt.
Die Befahrung der Waldböden bei Nässe ist besonders schädlich. Der Boden verliert dann seine Struktur, und es entstehen tiefe Fahrspuren. Die Forstwirtschaft versucht daher, die Befahrung auf ein Minimum zu reduzieren und bodenschonende Verfahren einzusetzen.
Fazit
Der Waldboden ist die Basis des Bergwalds. Sein Schutz ist die wichtigste Voraussetzung für die Gesundheit und Produktivität des Waldes. Schonende Bewirtschaftung und die Vermeidung von Bodenverdichtung sind daher zentrale Ziele der Forstwirtschaft.